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Datenschützer raten zu Facebook/WhatsApp-Boykott

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Als Konsequenz aus dem Kauf des Kurznachrichtendienstes WhatsApp durch Facebook rät der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD), Thilo Weichert, diese Dienste künftig nicht mehr zu nutzen. „Ich warne davor, die beiden Dienste zu nutzen und empfehle deutsche oder sonstige europäische Angebote zu verwenden“, sagte Weichert dem Handelsblatt. „Wem die Vertraulichkeit der eigenen Kommunikation etwas wert ist, der sollte auf vertrauenswürdige Dienste zurückgreifen.“ Dies könnten nur Unternehmen sein, die einem wirksamen Datenschutzregime unterliegen und die transparente technische Sicherungen vorsehen.

WhatsApp sei eine „Datenschleuder, die technisch nicht ausgereift ist“, sagte Weichert weiter. „Die Datenlecks sind problematisch, zumal die App Adressbücher ausliest.“ Er gehe davon aus, dass Facebook nun die Date! n der WhatsApp-Nutzer für kommerzielle Zwecke ausbeutet. „Facebook kann sich diese Daten nun greifen, um damit Geld zu verdienen.“ Der Kieler Datenschützer Weichert gab zudem zu bedenken, dass durch den Facebook-Deal die Konkurrenz weitgehend ausgeschaltet werde. „Das dürfte aus wettbewerbsrechtlicher Sicht sicherlich auch nicht ganz unproblematisch sein.“

Grüne wollen eine Prüfung des Facebook/WhatsApp-Deal durch die EU

Der Rechtsexperte der Grünen im Europäischen Parlament, Jan Philipp Albrecht, hat wettbewerbsrechtliche Bedenken gegen die Übernahme des SMS-Dienstes WhatsApp durch Facebook angemeldet. „Die EU-Kommission muss prüfen, ob sie ein wettbewerbsrechtliches Verfahren einleitet. Es ist offenkundig, dass Facebook und WhatsApp zusammen eine marktbeherrschende Stellung einnehmen und zu Monopolisten in Europa werden“, sagte Albrecht dem Handelsblatt. Brüssel müsse jetzt handeln. Es gebe genügend Anhaltspunkte für eine Wettbewerbsverzerrung. „Facebook und WhatsApp stellen eine ziemliche Bedrohung für ihre Konkurrenz in Europa und die Verbraucher dar.“

Indirekt rief Albrecht die Verbraucher zum Boykott von Facebook und WhatsApp auf. „Wer nicht will, dass seine Daten in einer dubiosen App verschwinden, sollte auf datensichere Angebote zurückgreifen. Die Datenschutzverstöße bei Facebook und WhatsApp sind ein großes Problem“, sagte der Grünen-Politiker.

Nötig sei vor diesem Hintergrund zudem, dass die EU-Datenschutzverordnung endlich umgesetzt werde, sagte Albrecht weiter. „Die Bundesregierung blockiert das seit zwei Jahren.“ Mit dieser Regelung hätten die Verbraucher die Möglichkeit, ihre Datenschutzrechte gegen US-Konzerne durchzusetzen.

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