Parteien wollen Geburtsfehler der Riester-Rente nur halbherzig kurieren

RenteIn den Parteiprogrammen fehlen konsequente Maßnahmen, die künftig verhindern, dass sich die Altersvorsorge von Geringverdienern in der Rentenphase als umsonst erweist. Klare Festlegungen auf konsequente Maßnahmen, mit denen verhindert wird, dass die private Altersvorsorge von Geringverdienern in der Rentenphase umsonst war, weil diese auf die Grundsicherung im Alter angerechnet wird, fehlen weitgehend in den Programmen der Parteien zur Bundestagswahl. Das ergab eine Auswertung der Wahlprüfsteine, die das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) vorgenommen hat.

Zumindest eine teilweise Freistellung von der Anrechnung plant die FDP, für die ein Grundfreibetrag von 100 Euro „denkbar“ sei, während das darüber hinausgehende Vorsorgeeinkommen nur zu 20 Prozent berücksichtigt wird. Die CDU/CSU spricht allgemein von Freibeträgen, ohne deren Umfang zu beziffern. Die SPD will zumindest „prüfen“, ob für Alterseinkommen die Regeln zu den Hinzuverdienstgrenzen sowie der Vermögensanrechnung aus dem SGB II auf das SGB XII übertragen werden können. Das würde zu einer Ausnahme für Altersvorsorgevermögen führen, sofern es nicht vorzeitig in Anspruch genommen wird. In den Wahlprogrammen von Bündnis 90 / Die Grünen und Die Linke ist von einer „teilweisen Anrechnung“ beziehungsweise „großzügigeren Freibeträgen“ die Rede.

[ad]

„Die Parteien gehen das Problem nur halbherzig an. Die meisten Formulierungen zu diesem Punkt sind wachsweich. Sie bieten daher wenig Gewähr, dass nach den Bundestagswahlen der Geburtsfehler der Riester geheilt wird“, kritisiert DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. Das DIA fordert schon seit längerem, dass die Anrechnung der geförderten Altersvorsorge auf die Grundsicherung aufgegeben wird. „Bislang wird den Arbeitnehmern mit geringem Einkommen jegliche Motivation genommen, Geld für das Alter zurückzulegen und dadurch die staatlichen Zulagen zu nutzen. Altersvorsorge ist aber doch Konsumverzicht, der im Nachhinein nicht bestraft werden darf.“

4 Kommentare zu „Parteien wollen Geburtsfehler der Riester-Rente nur halbherzig kurieren“

  1. In meinen Augen hat sich bei der Riester Rente bis heute rein gar nichts verbessert. Das angesprochene Problem, dass diese Form der Altersvorsorge später mit der Grundversorgung des Sparers verrechnet wird, halte ich für ein totales K.O.-Kriterium für jeden Gering- sowie Normalverdiener! Da lob ich mir die gute alte Privatrente nach §22 EStG, denn im Gegensatz zur Riester- oder Rürup-Kombination kann der Sparer hier 100% von seinem Kapitalwahlrecht Gebrauch nehmen und sich oder seinen Liebsten noch den ein oder anderen Wunsch erfüllen (Urlaub, Sportwagen, Studium der Tochter etc.), bevor er unweigerlich ins soziale Netz reinfallen muss …

  2. In meinen Augen hat sich bei der Riester Rente bis heute rein gar nichts verbessert. Das angesprochene Problem, dass diese Form der Altersvorsorge später mit der Grundversorgung des Sparers verrechnet wird, halte ich für ein totales K.O.-Kriterium für jeden Gering- sowie Normalverdiener! Da lob ich mir die gute alte Privatrente nach §22 EStG, denn im Gegensatz zur Riester- oder Rürup-Kombination kann der Sparer hier 100% von seinem Kapitalwahlrecht Gebrauch nehmen und sich oder seinen Liebsten noch den ein oder anderen Wunsch erfüllen (Urlaub, Sportwagen, Studium der Tochter etc.), bevor er unweigerlich ins soziale Netz reinfallen muss …

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.