Stararchitekt schimpft über Ästhetik von Solardächern

Für Star-Architekt Werner Sobek ist das staatlich geförderte Passivhaus ein Irrweg. „In diesen luftdichten Häusern findet man immer häufiger hohe Schadstoff-Konzentrationen. In den USA streitet man gerade vor Gericht, wie gesundheitsschädlich das ist“, sagte der in Chicago lehrende Sobek dem Nachrichtenmagazin FOCUS. Die Bewohner der massiv gedämmten und mit kleinen Fenstern versehenen Passivhäuser lebten „in einem lufthygienischen Minimum“. Der ganze Passivhaus-Gedanke sei „eine Sackgasse“, so Sobek. Schuld sei auch die deutsche Förderpolitik, die Nachhaltigkeit immer nur mit Sparen gleichsetze und keine neuen Ideen für das „solare Zeitalter“ belohne. Bei Thema Erneuerbare Energien sei die deutsche Baupolitik inkonsequent und innovationsfeindlich, bemängelte der in Stuttgart lebende Architekt, dessen Büro auch am umstrittenen Bahnprojekt Stuttgart 21 beteiligt ist. Sobek sagte FOCUS: „Es gibt eine Menge Ortsbausatzungen, wo Ihnen kein Dach genehmigt wird, das komplett aus Photovoltaik-Elementen besteht. Das führt zu diesen seltsamen Teilflächen, diesen fast schon schamläppchenhaften Solarbepflasterungen, die man landauf landab sieht.“ Im Ergebnis präsentiere sich so manches der Solarenergie zugeneigte Dorf als „ästhetisches Desaster“. [ad] Der Architekt ist Erfinder des gläsernen „Aktiv-Hauses“, das bis zu 170 Prozent seines Energie-Bedarfs mittels in Fassaden und Dächer integrierter Photovoltaik-Elemente erzeugt.

Ist die Riesterrente besser als betriebliche Altersvorsorge?

Riesterrente oder bAV – es gibt keinen Königsweg, aber einige Wegmarken für die individuelle Entscheidung. Eine DIA-Studie untersuchte, unter welchen Bedingungen welche Form der ergänzenden, staatlich geförderten Altersvorsorge günstiger ist. Das Ergebnis: Pauschale Ratschläge durch sind so nicht möglich, sondern es kommt auf den konkreten Fall an. Die in der Öffentlichkeit häufig zu hörende pauschale Argumentation, dass für Personen mit niedrigem Einkommen die Riesterrente wegen der staatlichen Zulagen generell günstiger ausfällt, stimmt nicht. Auch bei geringen Einkommen, sowohl für ledige als auch verheiratete Personen, kann die betriebliche Altersversorgung eine höhere Nettorente ergeben, als dies bei einem vergleichbaren Riester-Vertrag der Fall ist. [ad] Erst wenn mehr als ein Kind vorhanden ist, schlägt das Pendel zu Gunsten der Riesterrente aus. Das DIA hat für jeweils 34 Musterfälle die Nettorenten der zwölf größten Anbieter am Markt für einen Riesterrenten-Vertrag und für eine Direktversicherung in der betrieblichen Altersversorgung ermittelt und verglichen. Bei einer Nettokapitalanlage von jeweils 100 Euro monatlich wurde berechnet, welche Effekte sich durch die staatlichen Zulagen und die Verschiebung der Besteuerung in die Rentenphase ergeben und welche Leistung nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen für die Alterssicherung zur Verfügung steht. Anders als in vielen bislang veröffentlichten Berechnungen verglich das DIA dabei nicht nur die garantierte, sondern auch die prognostizierte Rente, da dem Sparer später diese Rente zur Verfügung steht, auch wenn sie nicht vom Versicherer garantiert wird. Die Studie führte zu dem Schluss, dass es kein klares Votum für die eine oder andere Vorsorgeform gibt. So führt zum Beispiel der Zuschlag von 0,25 Prozent für einen Single ohne Kinder in der Pflegeversicherung dazu, dass auch bei geringen Einkommen die betriebliche Altersvorsorge günstiger ist als die Riesterrente, trotz der Grundzulage für den Riester-Vertrag. Erst die Zulagen für Kinder lassen einen Vorteil für die Riesterrente entstehen. Bei einkommensstärkeren Sparern (2.500 Euro/Monat) hingegen liegt die Riester-Rente unabhängig von der Kinderzahl im Vorteil, während sich ab 3.000 Euro monatliches Einkommen die Situation wieder umkehrt. Dann wirken die ersparten Steuern und Sozialversicherungsbeiträge in der Ansparphase stärker als die Zulagen, die für die Riesterrente gewährt werden. Bemerkenswert an den Berechnungen des DIA ist auch die Weise, in der bei steigenden Einkommen die bAV-Renten netto sinken, wofür die wachsende Steuerprogression wegen der höheren gesetzlichen Rente und die zusätzliche Belastung durch die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung verantwortlich sind. Im Zusammenhang damit verweist das DIA noch einmal darauf, dass bei Entscheidungen für die zusätzliche Altersvorsorge immer auch die kumulierte Steuer- und Abgabenbelastung im Rentenalter berücksichtigt werden muss. [ad] Die Untersuchungen des DIA liefern für das Gros der abhängig Beschäftigten eine modellhafte Entscheidungsgrundlage. So zeichnete sich insgesamt die Tendenz ab, dass die Vorteile für die betriebliche Altersversorgung umso stärker wiegen, je höher das Einkommen ist, weil die Bruttoanlage in der langen Ansparphase die Nachteile der vollen Belastung mit Sozialabgaben und die Steuerprogression aufwiegen. Grundsätzlich sollten vor der Entscheidung für einen Vertrag aber in jedem Fall eine Abwägung an Hand der individuellen Bedingungen vorgenommen werden. So könnte zum Beispiel bei Personen mit einem höheren Einkommen, die drei oder mehr Kinder haben, die Riesterrente wegen der insgesamt höheren Zulagensumme besser ausfallen.