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Wie rosig sind die Aussichten für die deutsche Wirtschaft wirklich?

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Aktuelle Wirtschaftsprognosen prophezeien glänzende Konjunkturaussichten für das Jahr 2014. So halten die fünf Wirtschaftsweisen ein Wachstum der deutschen Wirtschaft von rund 1,8 Prozent für realistisch. Dies würde den höchsten Wert aller EU-Länder seit Ausbruch der Finanzkrise darstellen. Auch wenn diese Aussichten deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich unaufhaltsam nach vorn katapultieren, kann dieser Trend eine ebenso lähmende Wirkung in vielen Managementetagen hervorrufen.

„Erfahrungsgemäß kann sich ein anhaltendes Konjunkturplus ebenso als Feind des unternehmerischen Erfolges herauskristallisieren“, sagt Claudia Schmidt, Change-Expertin der Mutaree GmbH und ergänzt: „Wir erleben es immer wieder, dass ein gewisser Sättigungseffekt bei vielen Entscheidern einsetzt, sobald sich der Erfolg in den Bilanzen widerspiegelt. Das Ausruhen auf dem Erfolg ist dann der erste Schritt in die Krise.“

Gefahren lauern weiter

Europäer können sich zwar auf rosige Zeiten freuen, denn bereits Irland und Spanien haben den europäischen Rettungsschirm wieder verlassen, so dass die Wirtschaft dort erneut wachsen kann. Andere „Sorgenkindern“, wie Portugal und Griechenland, könnten bis zum Sommer folgen. Wenn sich schließlich auch noch Frankreich und Italien stabilisieren, wird die Euro-Zone erstarken. Eine gute Prognose für deutsche Unternehmer. Sie konzentrieren sich deutlich auf den Export und fanden dort bisher ihr Heil. Vor allem der wiedererstarkte US-amerikanische Markt gibt Hoffnung, dass die geplante transatlantische Freihandelszone und das geschätzte zusätzliche Wirtschaftswachstum von rund 0,5 Prozent jährlich ab 2015 ein voller Erfolg wird.

Unternehmen können sich wappnen

Allen positiven Anzeichen zum Trotz sollten sich Unternehmen auch in Hochphasen der Konjunktur auf Krisen vorbereiten. Zwar schafft unsere exportgetriebene Wirtschaft Jobs in Deutschland, macht sich aber gleichzeitig von ausländischen Märkten abhängig. Somit wäre ein Platzen der befürchteten Schuldenblase in China katastrophal. Vor allem, da viele Unternehmen planen, dort weiter zu investieren – hier besonders mit dem Bau neuer Produktionsstätten – und so von einer Krisenregion in eine andere kommen würden.

Proaktive Manager haben erkannt, dass Hochkonjunkturphasen immer schneller von Rezessionen oder Krisen eingeholt werden. Allerdings sollten auch während eines Booms einfache Strukturen gestärkt und strategische Positionierungen überprüft werden, um vorausschauend auf neue Situationen am Markt regieren zu können. Bricht ein Kerngeschäfte weg, können präventiv durchgespielte Szenarien und Maßnahmen hilfreich sein, um schnell zu regieren:

  • Produktionskapazitäten flexibel anpassen
  • Arbeitsmodelle dynamisieren
  • Demografischen Wandel einplanen
  • Infrastruktur der Produktionsstandorte stärken
  • Eigenkapitalquote steigern

Allzeit bereit

Deutsche Unternehmen sind heute teils sehr gut aufgestellt. Allerdings sollten sie jederzeit auf einen drohenden Abschwung der Wirtschaft in ihrer Branche vorbereitet sein, um nicht sofort zu straucheln, sollten diese Märkte oder Kunden in Schieflage geraten. Dabei ist und bleibt die Kunst, neue wirtschaftliche Dimensionen im Wandel zu erkennen und richtig einschätzen zu können.

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