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Welche Versicherungen Studenten brauchen

Private Finanzen

Neue Umgebung, neue Eindrücke, neue Herausforderungen – welcher junge Mensch denkt da an die Absicherung für Notfälle oder das Alter? Gerade für viele Studenten ist das Thema weit weg, wenn sie zum anstehenden Wintersemester ihre akademische Ausbildung beginnen. Zumal häufig das Geld für einen umfangreichen Versicherungsschutz fehlt. Von etlichen Policen lassen sie deshalb die Finger.

„Dennoch lohnt es sich, in Ruhe zu überlegen und zu entscheiden, auf welchen Schutz man verzichten möchte und kann“, erläutert Jürgen Haschka von der PSD Bank München.

Krankenversicherung: gesetzlich oder privat?

Um eine Krankenversicherung kommt zwar niemand herum, doch haben gerade Studenten hier verschiedene Möglichkeiten. Die meisten Studienanfänger sind zunächst auch weiterhin über ihre Eltern versichert. Sind diese in einer gesetzlichen Krankenversicherung, so sind die Kinder bis zum 25. Lebensjahr abgesichert. Der Schutz verlängert sich automatisch, wenn Wehr- oder Ersatzdienst geleistet wurde. Anschließend greift eine gesetzliche Studentenversicherung, die bis zum 30. Lebensjahr beziehungsweise bis zur Vollendung des 14. Semesters gilt. Die Beiträge sind dabei besonders günstig und liegen unter 80 Euro. Übt der Student einen Nebenjob aus, bei dem er mehr als 350 Euro verdient oder pro Woche mehr als 20 Stunden arbeitet, fällt er aus dem Versicherungsschutz der Eltern oder der studentischen Krankenversicherung heraus. „In diesem Fall muss man sich über das Arbeitsverhältnis krankenversichern lassen“, erläutert Jürgen Haschka. Vor Antritt des Studiums hat jeder die Wahl, ob er in die gesetzliche oder private Krankenversicherung gehen möchte. Die Entscheidung ist für den Rest des Studiums dann jedoch bindend.

Was man bei einem Auslandsaufenthalt bedenken sollte

England, Italien, Frankreich oder die USA – viele Studenten gehen während ihres Studiums für mindestens ein Semester ins Ausland. Doch bevor die Reise beginnt, sollte man sich Gedanken über den Versicherungsschutz machen. Innerhalb Europas sind deutsche Studenten meist gut abgesichert, was die Leistungen der Krankenversicherung angeht. Doch kann eine ergänzende Auslandskrankenversicherung sinnvoll sein, um auch den medizinischen Standard wie in Deutschland zu bekommen. Anders sieht es bei Aufenthalten etwa in den USA oder Südamerika aus. In diesem Fall sind Studenten auf eine private Krankenversicherung angewiesen, weil es keine Sozialversicherungsabkommen mit den entsprechenden Ländern gibt. „Die Versicherer bieten dabei verschiedenste Möglichkeiten an. Die Verträge haben allerdings eine feste Laufzeit, die in der Regel nicht verlängert wird“, erläutert Haschka.

Eine Haftpflicht ist auch für Studenten sinnvoll

Die Privathaftpflichtversicherung ist anders als etwa eine Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich nicht vorgeschrieben. Dennoch sollte niemand auf diesen Schutz verzichten, auch Studenten nicht. „Fügt man einem anderen Menschen durch Unachtsamkeit Schaden zu, kann das schnell sehr teuer werden. Millionenbeträge sind durchaus möglich“, sagt Haschka. Er rät daher: „Die Mindestversicherungssumme sollte pauschal zwischen drei und fünf Millionen Euro liegen.“ Während des Studiums gilt eine Haftpflichtversicherung der Eltern meist auch für die Kinder. Es sei denn, der Nachwuchs war zuvor bereits berufstätig. Nach Abschluss der ersten Berufsausbildung oder mit dem Ende einer vertraglich vereinbarten Altersgrenze (meist 25 Jahre) endet der Schutz über die Eltern. Haschka: „Im Anschluss daran muss und sollte sich jeder selbst um den Versicherungsschutz kümmern.“

Berufsunfähigkeitsversicherung bietet Anreiz für jungen Menschen

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) soll den Lebensunterhalt sichern, wenn ein Mensch wegen einer Krankheit oder eines Unfalls seine Arbeit nicht mehr ausüben kann. Wer sich frühzeitig für eine entsprechende Versicherung entscheidet, kann meist mit günstigeren Beitragssätzen rechnen. „Hier besteht natürlich für junge Menschen der Anreiz, sich trotz eines schmalen Budgets für eine solche Versicherung zu entscheiden“, sagt Jürgen Haschka von der PSD Bank München eG. Außerdem gilt: Je gesünder der Neukunde, desto günstiger wird der Beitrag. Denn schon geringfügige gesundheitliche Einschränkungen können die monatlichen Kosten in die Höhe treiben. Der Kunde sollte neben der Beitragshöhe auch auf die weiteren Bedingungen achten. „So ist es wichtig, dass man später ohne weitere Gesundheitsprüfung die Vertragsmodalitäten den sich verändernden finanziellen Möglichkeiten anpassen kann“, rät Haschka. Sprengt der monatliche Beitrag für eine BUV den finanziellen Rahmen, kann man alternativ auch über eine Unfallversicherung nachdenken.

Bei Unfall-, Hausrat- und Rechtsschutzversicherung muss der Student abwägen

Eine Unfallversicherung ist immer dann sinnvoll, wenn keine gesetzlichen Rentenansprüche bestehen – was bei den meisten Studenten der Fall ist ¬¬– und man keine BUV hat. Eine Berufsunfähigkeit wird meistens durch eine Krankheit ausgelöst, was nicht von einer Unfallversicherung abgedeckt wird. „Dafür ist der Beitrag bei einer BUV entsprechend deutlich höher“, sagt Haschka von der PSD Bank München eG. Wer sich dennoch für eine Unfallversicherung entscheidet und einem gefährlichen Hobby wie Fallschirmspringen oder Kitesurfen nachgeht, sollte darauf achten, dass der Vertrag dies entsprechend berücksichtigt.

Bevor ein Student eine Hausratversicherung abschließt, sollte er sich genau überlegen, wie wertvoll sein Mobiliar und seine anderen Habseligkeiten in einer Wohnung sind. Auch das Fahrrad kann mitversichert werden. Eine Hausratversicherung gibt es schon für einen Beitrag von einigen Euro im Monat. Haschka von der PSD Bank München eG sagt: „Es lohnt sich aber nur bei teurem Hausrat, eine entsprechende Versicherung abzuschließen.“

Auch eine Rechtsschutzversicherung ist kein Muss, kann jedoch sinnvoll sein. Durch einen Unfall im Straßenverkehr, einen Streit beim Aushilfsjob oder mit dem Vermieter können Studenten schnell in einen Rechtsstreit geraten. Der Beitrag beläuft sich je nach Absicherung und Anbieter auf 60 bis 200 Euro pro Jahr, kann aber auch deutlich teurer sein. Bevor ein Student sich jedoch für diesen Fall absichert, sollte er zunächst prüfen, ob er nicht über eine entsprechende Police der Eltern versichert ist. Haschka rät: „Ist er das nicht, so sollte er sich genau überlegen, für welche Bereiche er einen Rechtsschutz in Anspruch nehmen will. Ein umfassender Schutz für sämtliche Rechtsgebiete ist meist nicht notwendig.“

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