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Versicherungsfallen im Urlaub vorbeugen

© Lufthansa

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Im Juli beginnen in den ersten Bundesländern die Sommerferien. Egal, mit welchem Verkehrsmittel – wer sorgenfrei verreisen möchte, sollte sich vorab Gedanken über die wichtigsten Versicherungen machen.

In wenigen Wochen ist es soweit, die Reisewelle beginnt und schon jetzt sitzen Viele zumindest gedanklich auf den gepackten Koffern. Die meisten Deutschen, rund 43 Prozent, verreisen mit dem Auto. Doch was, wenn das eigene Auto auf dem Weg zum Urlaubsort liegen bleibt oder man mit dem Mietwagen einen Unfall hat? Häufig noch tragischer – eine Erkrankung verhindert, dass man die lang geplante Fernreise antreten kann. Mit der richtigen Versicherung lassen sich Stress und Kosten vermeiden. Doch nicht jede angebotene Versicherung ist für jeden gleichermaßen geeignet, einige sind sogar überflüssig. Ein Überblick:

Versicherungen prüfen – vor allem außerhalb der EU

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, ist durch die eigene KFZ-Versicherung in der Regel gut abgesichert, vor allem in Europa. Sind allerdings Reisen ins außereuropäische Ausland geplant, beispielsweise mit dem Wohnmobil nach Nordafrika, ist es ratsam, bei seiner Versicherung nachzufragen. „Hier müssen Reisende besonders auf den Geltungsbereich ihrer Policen achten“, erklärt Michael Schwarz, Leiter Sachversicherungen beim Finanz- und Vermögensberater MLP. Der Geltungsbereich definiert, in welchen Ländern Schutz besteht und in welchen nicht. „Reisewillige, die mit ihrem Fahrzeug ins außereuropäische Ausland verreisen möchten, sollten vorher mit ihrem Versicherer klären, ob und zu welchen Konditionen dieser auch in der Zielregion Versicherungsschutz bietet“, rät Schwarz. Denn grundsätzlich ist der Versicherungsschutz in der Kfz-Versicherung auf Europa beschränkt. Wer eine Verkehrsrechtschutzversicherung hat, kann sich darauf im Ernstfall auch im Ausland verlassen. Sie stellt, wenn nötig, einen deutschsprachigen Anwalt oder übernimmt Gerichtskosten. Auch ein sogenannter Schutzbrief kann im Ausland nützlich sein. „Schutzbriefe bieten Assistenz-Leistungen, übernehmen zum Beispiel die Abschlepp- oder Hotelkosten, wenn der Wagen eine Panne hat“, so Schwarz. Reisende können diese gegen einen geringen Mehrpreis zusammen mit ihrer Kfz-Versicherung abschließen. Ein Tipp: Um Missverständnissen in Verkehrskontrollen zu entgehen, empfehlen Reiseexperten für das außereuropäische Ausland einen internationalen Führerschein.

Mietwagen: auf hohe Deckungssumme achten

Viele Reisende erkunden das Urlaubsland mit einem Mietwagen. Hier gilt es, in der Haftpflichtversicherung auf einen Versicherungsschutz mit hoher Deckungssumme zu achten. „Häufig können die Mieter zwischen der gesetzlichen Deckungssumme oder einem höheren Betrag mit bis zu unbegrenzter Versicherungssumme wählen. Hier sollte man sich für die höchstmögliche Summe entscheiden, da diese meist nur unwesentlich mehr kostet als die Grunddeckung. „Der Mehrpreis für die Police liegt meist nur im Cent-Bereich und man hat die Gewissheit umfassend abgesichert zu sein“, erklärt Schwarz.

Reiserücktrittsversicherung insbesondere für Frühbucher sinnvoll

Gerade für Fernreisen, die in aller Regel früh gebucht werden, ist eine Reiserücktrittsversicherung sinnvoll. Insbesondere bei kurzfristigen Absagen können ohne den entsprechenden Schutz hohe Stornogebühren anfallen. Bei Onlinebuchungen wird oft direkt ein Versicherungsprodukt für den Reiserücktritt angeboten. Hier rät der MLP Experte aber zur Vorsicht wegen der möglichen Kosten der Versicherung. Vor allem, wenn der Reisende mehr als einmal im Jahr in den Urlaub fährt, lohnt sich eine Jahrespolice, die alle im Lauf des Jahres unternommenen Reisen abdeckt. „Bei Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung sollten Kunden darauf achten, ob sie ein Produkt mit oder ohne Selbstbeteiligung wählen. Diese kann bis zu 20 Prozent des Reisepreises betragen und bei teuren Reisen schnell ins Geld gehen“, sagt Schwarz.

Außerdem sollten die versicherten Personen möglichst weit gefasst sein. Damit spart man sich zusätzliche Einzelabsicherungen zum Beispiel für mitreisende Familienangehörige. Spezielle Familientarife sind für mehrere Personen zudem günstiger als jeden einzeln abzusichern. Paare sollten prüfen, ob ein Familientarif geeignet ist. Bei langen Reisen ist es ratsam, beim Tarif auf eine hohe maximale Reisedauer zu achten. Hier gibt es große Unterschiede von 30 bis hin zu 93 Tagen. Hochwertige Reiserücktrittsversicherungen schließen den Reiseabbruch mit ein. Dieser schützt den Urlauber vor den Mehrkosten, wenn er – etwa wegen eines Unfalls – vorzeitig nach Hause zurückkehren muss.

Auslandskrankenversicherung ist ein Muss

Bei Reisen außerhalb Deutschlands ist außerdem eine Auslandskrankenversicherung ratsam, denn die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bietet nur begrenzt Schutz: Sie übernimmt Krankheitskosten nur in EU-Ländern oder in Staaten, die ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland haben und auch hier nur bis zu einer Höhe, die im jeweiligen Land üblich ist. Wer in Länder außerhalb der EU reist, ist also völlig ohne Versicherungsschutz und muss die Behandlungskosten selbst tragen. Doch nicht nur für GKV-Versicherte ist eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll. Je nach Tarif genießen privat Krankenversicherte im Ausland zwar einen umfangreicheren Schutz, doch auch sie profitieren von einer Auslandskrankenversicherung: Erstens schonen PKV-Versicherte bei einer Behandlung im Ausland den Selbstbehalt, zweitens ihre Beitragsrückerstattung. Diese wird unter Umständen gewährt, wenn der Versicherte eine gewisse Zeit keine Rechnungen eingereicht hat.

Eine Auslandskrankenversicherung ist bereits für zehn Euro im Jahr zu haben. Sie kommt für die Behandlungskosten auf und deckt auch die Kosten für einen Rücktransport, sofern er medizinisch notwendig ist. „Wichtig ist, dass die Versicherung so lange für die Behandlung aufkommt, bis der Patient wieder transportfähig ist und nach Hause reisen kann – egal wie lange das dauert“, erklärt Clemens Keller, Leiter Krankenversicherung bei MLP. Denn bei einigen Krankenversicherern ist die Leistungsdauer auf 30 Tage nach Ablauf der maximalen Reisedauer beschränkt, danach besteht kein Versicherungsschutz mehr. Wer längere Auslandsaufenthalte plant, sollte sich übrigens nach speziellen Policen erkundigen. Die üblichen Auslandskrankenversicherungen gelten nur für Reisen von bis zu acht Wochen am Stück.

Reisegepäckversicherung bei Bedarf ratsam

Daneben gibt es Versicherungen, die je nach persönlichem Bedarf Sinn ergeben. Dazu gehört beispielsweise eine Reisegepäckversicherung. Sie ersetzt die Kosten, wenn das Reisegepäck oder auch die Handtasche gestohlen oder beschädigt werden, und ist sinnvoll, wenn sich darin Wertsachen wie Schmuck oder teure Elektronik wie Kamera oder Computer befinden. Die Erstattung erfolgt entweder bis zum Zeitwert des Gepäcks beziehungsweise bis zu einer vorher vereinbarten Summe. Für Wertsachen gilt allerdings eine festgesetzte Höchstgrenze. „Hier lohnt es sich, verschiedene Tarife miteinander zu vergleichen“, sagt Michael Schwarz. Der Versicherte kann eine Reisegepäckversicherung entweder für einen begrenzten Zeitraum oder für das gesamte Jahr abschließen.

Überflüssige Versicherungen

Auf Unfall-, Haftpflicht- oder Rechtsschutzpolicen, die speziell an eine Reise gekoppelt sind, können Urlauber dagegen durchaus verzichten. „Gegen Unfälle oder Haftpflichtschäden sollte man das ganze Jahr über abgesichert sein und diesen Schutz niemals nur auf eine Reise beschränken“, sagt Schwarz. Er rät Urlaubern, vor ihrer Reise nachzufragen, in welchem Umfang der vorhandene Versicherungsschutz auch im Ausland gilt.

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