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Alternativen wenn Zinsen für Sparer negativ werden

Die Sorge vor Negativzinsen geht um, denn inzwischen hat eine zweite Bank angekündigt, bei Privatkunden eine Art Strafe für Ersparnisse zu fordern. Wie würden die Deutschen noch investieren, wenn daraus eine Massenerscheinung wird?

Dieser Frage ging das Meinungsforschungsinstitut GfK im Auftrag von Savedo nach. Die Studie zeigt, dass es je nach Bundesland sehr unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, was geeignete Spar-Alternativen sind.

Nachdem die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee in Bayern bereits seit September von vermögenden Privatkunden mit über 100.000 Euro Guthaben auf Giro- und Sparkonten 0,4 Prozent Strafzinsen verlangt, hat nun die Volksbank Stendal (Sachsen-Anhalt) im Oktober ebenfalls damit begonnen. Für Firmenkunden hatten zahlreiche Banken und Sparkassen schon länger Guthaben-Gebühren eingeführt, zumeist deklariert als „Verwahr-Entgelt“. Die Bankinstitute wollen so die Kosten weiterreichen, die ihnen selber entstehen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zwischenparken.

Laut repräsentativer GfK-Umfrage im Auftrag des Online-Finanzmarktplatzes Savedo (1064 Befragte, Studiennummer 2016 082) gaben rund 55 Prozent der Befragten an, im Fall von Negativzinsen das Ersparte wie zu Großmutters Zeiten unterm Kopfkissen oder anderen Verstecken zu Hause horten zu wollen (siehe Savedo-Pressemitteilung vom 27. September). Aber wie würden die Deutschen ihr Geld anlegen, wenn sie weiterhin investieren wollen? Das zeigt die zweite Auswertung der Savedo-Studie. Bundesweit wären die Top 3 wie folgt:

● Immobilien kaufen
● Aktien, Fonds oder Beteiligungen kaufen
● Gold und/oder Silber kaufen

Nach Bundesländern ergibt sich ein differenziertes Bild. Dabei fallen besonders die Berliner und Hamburger auf, die mit hohen Prozentsätzen als erste Spar-Alternative bei Negativzinsen Gold und Silber sehen, siehe Tabelle:

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Christian Tiessen, Geschäftsführer und Gründer des Berliner Fintech-Unternehmens Savedo, das Festgelder im EU-Ausland vermittelt und neuerdings auch Edelmetalle (Gold und Silber), die in der Schweiz günstig und zollfrei gelagert werden, sagt: „Immobilien nennt man auch gerne Betongold, weil ihnen eine Beständigkeit wie Gold nachgesagt wird. Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied: Die typische Investition in eine Immobilie ist die Investition in ein einziges Objekt, man hat ein so genanntes Klumpenrisiko. Bei Gold und Silber kann man schon mit kleineren Beträgen einsteigen.“

Sonstige alternative Anlagen wie Edelsteine (z.B. Diamanten), Kunst oder Uhren sind in keinem Bundesland von größerer Bedeutung, ergab die GfK-Studie im Auftrag von Savedo. Bleibt aber die Frage, warum nun ausgerechnet Berliner und Hamburger eher zu Gold und Silber neigen, während etwa die Bayern oder Hessen eher Immobilien als beste Spar-Alternative zu Negativzinsen sehen. Christian Tiessen, selber Hauptstädter, kann nur spekulieren: „Vielleicht wollen Großstädter generell flexibler und mobiler bleiben, weil sie noch viele Pläne haben. Gold oder auch Aktien hat man eben schneller verkauft als eine Immobilie.“

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