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Kinderunfälle – ein unterschätztes Risko

HDI

Viele Eltern befürchten, dass ihrem Kind im Straßenverkehr etwas zustößt. Dabei sieht die Realität ganz anders aus: Nur etwa 14 Prozent aller Kinderunfälle passieren im Straßenverkehr – rund 60 Prozent ereignen sich im häuslichen Umfeld. Wie kann man vorbeugen?

Kopf- und Armverletzungen führen die Statistik an

Die häufigste Unfallursache (58 Prozent) bei Kindern ist ein Sturz aus der Höhe oder auf ebener Fläche. Aus den Unfällen resultieren meist Kopf- und an zweiter Stelle Armverletzungen. Bei den Dreijährigen verletzt sich jedes zweite verunfallte Kind am Kopf. Dies belegt eine Studie der GfK Finanzmarktforschung im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) aus dem Jahr 2012. Für die repräsentative Erhebung wurden 331 Eltern mit mindestens einem Kind unter 14 Jahren befragt.

Nach Aussagen der Gfk-Studie sehen rund 40 Prozent der Eltern im häuslichen Bereich die Küche als einen gefährlichen Ort für ihre Kinder an. Dennoch dürfen über 40 Prozent der Kinder bis fünf Jahren und mehr als 60 Prozent aller Kinder sich dort ab und zu oder sogar regelmäßig unbeaufsichtigt aufhalten.

Vorsichtsmaßnahmen – kleiner Aufwand, große Wirkung

Einen hundertprozentigen Schutz kann niemand gewährleisten. Doch mit wenig Aufwand und genügend Achtsamkeit kann das häusliche Umfeld zum Schutz des Kindes so gestaltet werden, dass viele Unfälle erst gar nicht passieren – beispielsweise

  • Kinder im Hochstuhl oder auf dem Wickeltisch immer beaufsichtigen,
  • Schnullerketten nur außerhalb von Bett oder Wiege verwenden,
  • Finger weg von Lauflernhilfen, die auch als Gehfrei, Kinderlaufhilfe oder Babywalker bekannt sind. Sie provozieren Stürze,
  • Herdschutzgitter montieren, Pfannen-/Topfstiele beim Kochen nach hinten drehen,
  • Im Gartenbereich: Nur ungiftige Gewächse pflanzen, Werkzeuge und motorisierte Gartengeräte wegschließen. Gartenteich/Pool mit einem Zaun sichern, der von Kindern nicht zu erklettern ist. Kinder in Wassernähe immer beaufsichtigen.

Und wenn trotz aller Vorsicht doch etwas passiert?

Meistens verheilen Blessuren bei den Kleinen zum Glück folgenlos. Wenn ein Kind jedoch nach einem Unfall dauerhaft invalide ist, kann in kurzer Zeit hoher finanzieller Aufwand auf die Eltern zukommen. Möglicherweise müssen sie Haus oder Wohnung behindertengerecht umbauen, oder ein Elternteil muss seine Berufstätigkeit aufgeben, um das Kind zu pflegen. Frank Manekeller, Schadenleiter bei der HDI Versicherung, erläutert: „Die gesetzliche Unfallversicherung greift bei Unfällen, die Kindern während des Schul- oder Kindergartenbesuchs, auf dem Weg dorthin bzw. dem Heimweg zustoßen. Unfälle im privaten Bereich können ausschließlich mit einer privaten Unfallversicherung abgesichert werden.“

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