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Privatanleger fliehen nach Kurssturz nicht aus den Märkten

Vorsicht ja, Panik nein – die deutschen Privatanleger haben gelassen auf den anhaltenden Kursrutsch beim DAX reagiert.

Der comdirect Brokerage Index stieg von 104,0 Punkten im Juni auf aktuell 107,2 Punkte, das heißt: Insgesamt überwogen im Juli die Wertpapierkäufe sogar. „Vor allem in der ersten Monatshälfte – als der DAX schon um fast 350 Punkte nachgab – haben die Privatanleger bei sinkendendem Kursniveau verstärkt strategisch zugekauft“, erklärt Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei comdirect. „Ende Juli agierten sie vorsichtiger, aber nicht überstürzt. Einen Ausverkauf von DAX-Aktien beobachten wir bisher nicht.“

Auch der Brokerage Index für die Anlageklasse Aktien stieg: von 100 Punkten im Juni auf aktuell 105 Punkte. Die Anleger erwarben dabei besonders häufig die Papiere von Deutscher Bank, Commerzbank und Lufthansa. Die beiden Banktitel führen auch die Liste der am häufigsten abgestoßenen Papiere an, aber insgesamt überwogen jeweils die Käufe. Auch die Aktien der Allianz standen oben auf dem Verkaufszettel der Privatanleger.

Gefragt war hingegen nach Ende der Fußball-WM die Adidas-Aktie. Aber auch als der Kurs Ende Juli nach einer Gewinnwarnung um 18 Prozent einbrach, kauften die Anleger zu. „Sie vertrauen auf Adidas“, sagt Wolf. Die Aktie wurde Anfang August fast dreimal so oft gekauft wie abgestoßen.

„Die Privatanleger reagieren nicht panisch, sondern nutzen Chancen und setzen ansonsten auf sichere Produkte“, so fasst Wolf die aktuelle Stimmung zusammen. „Im Juli waren auch Fonds wieder gefragt – etwa konservative Standardwerte oder dividendenorientierte Indexfonds.“ Der Brokerage Index für Fonds stieg auf ein Zwölfmonatshoch von 133,6 Punkten. Noch im Juni hatten die Privatanleger ihre Fondsanteile überwiegend verkauft (Indexstand: 97,4 Punkte).

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