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Girokonto-Wahl: Dispozins ist nicht das einzige Entscheidungskriterium

Fotalia

Bei der Auswahl ihres Girokontos schauen viele Verbraucher in Deutschland ganz genau hin. Die wichtigsten Kriterien sind in der Regel die Kontoführungsgebühren und das Thema Bargeldversorgung, sprich die Anzahl der Geldautomaten im näheren Umfeld.

Aber obwohl viele Menschen sich einen möglichen Kontowechsel sehr genau überlegen, kommt ein Kriterium bei der Auswahl des neuen Bankpartners manchmal zu kurz – der Zinssatz des Dispositionskredites (kurz Dispo). Einige Banken gewähren sogar Zinsen auf das Girokontoguthaben – ebenfalls ein nicht zu verachtender Aspekt.

Mit dem Dispositionskredit kurzzeitig Lücken schließen

Es kann immer mal wieder Situationen geben, in denen sich kurzfristig ein finanzieller Engpass auftut. Eine Werkstattrechnung fällt höher aus als kalkuliert, der Urlaub war teurer als gedacht oder das Finanzamt fordert eine Nachzahlung. Kurz gesagt, das Guthaben auf dem Konto reicht nicht aus, es besteht kurzfristig eine finanzielle Lücke. Mit einem Dispositionskredit lässt sich diese ohne großen Aufwand und unbürokratisch überbrücken. Der Dispokredit ermöglicht es, in einem gewissen Rahmen sein Konto zu überziehen – die sogenannte eingeräumte Überziehung. Anfallende Zinsen werden nur für den Zeitraum der Inanspruchnahme verlangt und auch nur entsprechend der Höhe des tatsächlich genutzten Betrags.

Die eingeräumte Höhe des Dispokredites bemisst sich maßgeblich nach der Höhe des regelmäßigen Geldeingangs sowie an der Bonität des Kunden und der Dauer der bestehenden Bankverbindung. „Als oberes Limit der Kredithöhe wird in der Regel die Summe von zwei bis drei Monatsgehältern angesetzt“, erläutert Daniela Reichart von der PSD Bank München.

Üblicherweise wird der eingeräumte Kreditrahmen an veränderte Geldeingänge automatisch angepasst. Dies kann zu einer Erhöhung aber auch zu einer Senkung führen. Übrigens können Dispositionskredite in der Regel jederzeit und ohne Frist auch ganz gekündigt werden.

Keine Dauerlösung daraus machen

Mit einem Blick in die Statistik ist festzustellen, dass der Dispo in Deutschland äußerst intensiv genutzt wird. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank beträgt der allen Bundesbürgern insgesamt gewährte Dispositionsrahmen (inklusive wiederholter Inanspruchnahme) 38 Milliarden Euro (Stand: 12/2013). Die damit verbundenen Zinsbelastungen gehen langfristig ganz schön ins Geld. Reichart rät daher ganz deutlich. „Der Kunde sollte sich darüber im Klaren sein, dass er mit der Nutzung seines Dispo über Geld verfügt, das er zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar nicht hat. Dieser Kredit sollte daher nur als kurzfristige Zwischenlösung genutzt werden.“

Vergleichen lohnt sich – die Bandbreite der Dispozinsen ist enorm
Die Erfahrungen und Auswertungen der deutschen Kreditinstitute zeigen, dass der Dispo von vielen Menschen regelmäßig genutzt wird. Genau deswegen ist es so immens wichtig, dass der Verbraucher bei der Girokontowahl den Aspekt des Dispozinses nicht vergisst. Denn die Spanne der derzeit marktüblichen Dispositionszinsen ist in Deutschland unheimlich breit gefächert. Auswertungen haben zwar ergeben, dass der durchschnittliche jährliche Überziehungszins für private Haushalte in Deutschland bei rund 10 Prozent liegt. Dabei schwankt die Bandbreite der Angebote jedoch enorm. „Wer seinen Dispo regelmäßig beanspruchen muss, kann mit einem Wechsel von einem teuren zu einem eher günstigen Anbieter jede Menge Geld sparen“, erklärt Reichart.

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