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Grüner-Ampel-Pfeil bringt laut neuer Studie keine Vorteile

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Der grüne Pfeil für Rechtsabbieger an Ampeln birgt laut einer neuen Studie erhöhte Sicherheitsrisiken für Fußgänger und Radfahrer, bringt Autofahrern kaum Zeitvorteile und führt zu keinen Einsparungen beim Spritverbrauch.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin FOCUS unter Berufung auf die Unfallforschung der Versicherer (UDV). „Der Grünpfeil wird zwar von den meisten Autofahrern angenommen“, sagte UDV-Chef Siegfried Brockmann zu FOCUS. „Aber mehr als zwei Drittel von ihnen verstoßen gegen die gesetzliche Haltevorschrift und werden so zur ernsthaften Gefahr für Fußgänger und Radfahrer.“ Für die Studie befragten Experten 75 deutsche Großstädte und werteten unter anderem Unfalldaten von 370 Kreuzungen aus.

Laut Straßenverkehrsordnung dürfen Autofahrer an einer Ampel mit Grünpfeil auch bei Rot rechts abbiegen, müssen zuvor allerdings anhalten. Diese Vorschrift missachteten bei den Kontrollen der Unfallforscher in Dresden laut FOCUS 70 Prozent aller Fahrer, in Köln waren es knapp 80 Prozent. Fußgänger und Radfahrer sind laut der Studie an Kreuzungen mit Grünpfeil überproportional häufig Opfer von Unfällen. Zudem werden ihre Lauf- und Fahrwege oft von wartenden Autos blockiert. Autofahrer sparen durch den Grünpfeil nur in verkehrsschwachen Phasen Fahrzeit ein. Bei normalem und starkem Verkehr beträgt die Ersparnis auf einer rund sieben Kilometer langen Strecke durchschnittlich 1,3 Minuten. „Auf den Kraftstoffverbrauch hat der Grünpfeil keine positiven Auswirkungen“, so Brockmann.

Als Konsequenz aus der Studie fordern die Unfallforscher Städte und Gemeinden auf, die Kriterien für den Einsatz von Grünpfeilen strikt anzuwenden. Außerdem müsse ein exakter Grenzwert eingeführt werden, ab welcher Unfallhäufung der Grünpfeil sofort entfernt werden müsse. Nach der gesamtdeutschen Einführung des Grünpfeils 1994 und der anfänglichen Begeisterung über das DDR-Relikt, haben viele Kommunen die Zahl der Schilder reduziert. In 16 der 75 vom UDV befragten Großstädte gab es sie gar nicht.

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