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Audi zahlt Mitarbeitern Millionen in Dieselaffäre

VW-Golf (c) Rabatt-Auto.de

Der Autobauer Audi soll dem in der Dieselaffäre beschuldigten Manager Ulrich Hackenberg nach Informationen des Handelsblatts nach seinem Ausscheiden fünf Millionen Euro gezahlt haben – aber nur an Beschäftigte und nicht an betrogene Kunden!

Der ehemalige Technik-Vorstand von Audi erhielt die letzte Rate seines Fünfjahresvertrags demnach Ende Juni. Dabei wurde er schon im September 2015 beurlaubt und schied zehn Wochen später aus dem Unternehmen aus.

Audi wollte sich auf Anfrage nicht zu der Personalie äußern. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir wegen der laufenden Ermittlungen und aus Datenschutzgründen nicht Stellung nehmen können“, sagte Unternehmenssprecher Jürgen De Graeve.

Hackenberg ist nicht der einzige Beschuldigte im Abgasskandal, der von Audi offenbar hohe Zahlungen erhielt. Sein Nachfolger Stefan Knirsch schied wegen der Affäre dreizehn Monate nach Antritt im September 2016 wieder aus. A udi gab ihm 3,8 Millionen Euro mit auf den Weg – „im Zusammenhang mit dem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Vorstand“, wie es im Geschäftsbericht hieß. Wolfgang Hatz, der ehemalige Leiter der Audi-Aggregateentwicklung und spätere Vorstand für Forschung und Entwicklung bei Porsche, unterschrieb 2016 einen Aufhebungsvertrag mit der Porsche AG, der ihm mehr als zwölf Millionen Euro einbrachte. Im September 2017 wurde Hatz festgenommen und kam für neun Monate in Untersuchungshaft. Inzwischen ist er auf Kaution frei, ein dringender Tatverdacht besteht weiter.

Auch Manager unterhalb der Vorstandsebene sollen hohe Beträge erhalten haben. Ulrich Weiß war Leiter der Dieselmotorenentwicklung, als Audi ihn im November 2015 freistellte. Mitte Februar 2017 wurde Weiß fristlos gekündigt. Er klagte gegen seinen Rauswurf und legte dem Arbeitsgericht Heilbronn Unterlagen vor, die den damaligen Audi-Chef Rupert Stadler schwer belasteten. Sechs Millionen Euro A bfindung soll Weiß in dem Streit gefordert haben. Im September 2017 einigte er sich mit Audi. Seitdem schweigt Weiß.

Kurz danach wurde bekannt, dass auch der Audi-Techniker Giovanni Pamio, der in den USA mit einem internationalen Haftbefehl gesucht wurde, sich in einem Arbeitsstreit mit Audi verglich. Er soll 1,5 Millionen Euro erhalten haben. Pamios Anwalt reagierte auf Nachfrage nicht. Das Verhalten des Konzerns stößt extern auf Kritik. „Die Beträge, die man hier hört, sind schon erstaunlich“, sagt Hans-Martin Buhlmann, Vorsitzender der Vereinigung Institutioneller Privatanleger. „Das klingt doch sehr nach Schweigegeld.“

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