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Generation 50+: Richtig vorsorgen und das Leben genießen

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Die Kinder haben ihren Uniabschluss beinahe geschafft und leben längst nicht mehr daheim bei den Eltern. Der Vater hat einen sicheren Job. Die Mutter arbeitet halbtags, weil es ihr Freude macht.
Viele der „Best Ager“ in Deutschland, also der Generation 50+, deren Ruhestand in zehn oder 15 Jahren beginnt, haben – falls überhaupt – keine größeren wirtschaftlichen Probleme. Zumindest auf den ersten Blick. Denn „nicht wenige Menschen in diesem Alter haben nur unzureichend für die Zukunft vorgesorgt“, warnt Guido Heitz, Direktor Produktmanagement bei der OVB Vermögensberatung AG in Köln. Dies gelte gleichermaßen für Rente, Gesundheit und Vermögensaufbau. Insbesondere die demografische Entwicklung beeinflusst die private Vorsorge. „Die durchschnittliche Lebenserwartung wird vor allem wegen des medizinischen Fortschritts, wie bereits in den vergangenen Jahrzehnten, auch zukünftig weiter steigen“, erklärt Guido Heitz.

Lebenserwartung: Eigene Vorsorge muss immer länger reichen

Seit den 1870er Jahren wird die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland, zunächst vom Statistischen Reichsamt, danach vom Statistischen Bundesamt, beinahe auf den Tag genau berechnet. Unterschieden wird dabei in mehrfacher Hinsicht. Zum einen zwischen Männern und Frauen, zum anderen zwischen der „näheren“ und der „ferneren“ Lebenserwartung. Bei der „näheren“ Lebenserwartung rechnen die Statistiker hoch, wie lange ein neugeborenes Kind leben wird. Bei der „ferneren“, wie viele Jahre ein 65-Jähriger noch vor sich hat. Nicht erstaunliche Entwicklung seit dem Ende des 19. Jahrhunderts: Die Lebenserwartung der Menschen wird, sowohl gleich bei der Geburt als auch ab dem 65. Lebensjahr, immer länger.

„Langlebigkeit ist, auch wenn sich dies etwas merkwürdig anhört, mit das größte Risiko der Menschen in Deutschland. Dies bedeutet nämlich, dass das Geld, hauptsächlich die eigene Rente und das angesparte Vermögen, für einen viel längeren Zeitraum reichen muss als früher“, weiß OVB Experte Guido Heitz. Ohne private Vorsorge werde dies aber sehr schwierig, weil die staatlichen Sozialsysteme ihre Leistungen eher weiter einschränken als verbessern. „Für private Vorsorge ist es so gut wie nie zu spät. Auch für die Generation 50+ gibt es passende Lösungen“, ist Heitz überzeugt.

Mit privater Altersvorsorge die gesetzliche Rente aufbessern

Aufgrund zahlreicher Rentenreformen werden Durchschnittsverdiener im künftigen Ruhestand noch nicht einmal die Hälfte ihres letzten Nettoeinkommens erhalten. Deshalb kommt es für die heute 50-Jährigen und Älteren, die in den vergangenen Jahren etwa wegen der Ausbildung der Kinder oder der Finanzierung eines Eigenheims nicht ausreichend private Vorsorge betreiben konnten, darauf an, das Versäumte nachzuholen. „Das ist auf Grundlage des sogenannten 3-Schichten-Modells mit erheblicher staatlicher Förderung oft möglich“, weiß Guido Heitz. Die erste Schicht, auch „Basisversorgung“ genannt, besteht in der Hauptsache aus der gesetzlichen Rentenversicherung, die durch die „Basis-Rente“ angereichert wird. Insbesondere diese „Basis-Rente“ ist für die Generation 50+ aufgrund der weitreichenden staatlichen Förderung mit hohen Steuerersparnissen sehr attraktiv.

Die Förderung – also direkte Zuschüsse und/oder Steuerersparnisse – gilt auch für die zweite Schicht. Diese umfasst die Firmenrente, auch „Betriebliche Altersvorsorge“ genannt, mit ihren Steuerersparnissen und Vorteilen bei den Sozialabgaben sowie die bewährte „Riester-Rente“. „Den Vorsorgeinstrumenten der ersten und zweiten Schicht gemeinsam ist, dass der staatlichen Förderung während des Berufslebens bzw. in der Ansparphase die nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter gegenübersteht“, erklärt OVB Stratege Guido Heitz.

Die dritte Schicht der Altersabsicherung schließlich enthält Vorsorgeprodukte ohne direkte staatliche Förderung, insbesondere Kapitallebens- sowie private Rentenversicherungen. Beide sind steuerlich attraktiv, weil das Finanzamt bei Kapital-Policen nur auf die Hälfte der Erträge zugreift (so genanntes Halbeinkünfteverfahren) und private (Leib-)Renten mit dem günstigen „Ertragsanteil“ besteuert werden. Tipp vom OVB Experten Guido Heitz: „Vor allem für die Generation 50+ sind höhere Einmalzahlungen, etwa nach einer Erbschaft oder Schenkung, in eine private Rentenversicherung sehr attraktiv. Denn die lebenslang garantierte Rente ist sicher und wird in der Regel durch eine attraktive Überschussbeteiligung aufgebessert.“

Schuldenfreies Eigenheim als private Altersvorsorge

Auch mietfreies Wohnen ist eine sichere und deshalb sehr gute Privatrente. Deshalb sollte, wer heute 50 oder ein wenig älter ist, seine eigenen vier Wände spätestens bis zum Rentenbeginn entschulden. Dieses Ziel zu erreichen ist vergleichsweise einfach für alle Eigentümer, die momentan eine Anschlussfinanzierung vereinbaren. Baugeld ist nämlich historisch preiswert, die Hypothekenzinsen betragen rund drei Prozentpunkte weniger als im langfristigen Schnitt. Tipp von Guido Heitz: „Die Zinsersparnis in eine höhere Tilgungsrate investieren, außerdem Sondertilgungen vereinbaren, damit das eigene Heim bis zum Renteneintritt entschuldet ist.“

An Gesundheitsfürsorge und Pflegevorsorge denken

Mit zunehmendem Alter häufen sich oft die Wehwehchen, bisweilen treten auch ernsthafte Erkrankungen auf. Doch eine erstklassige medizinische Versorgung und hoch-wirksame Medikamente haben ihren Preis. Beide werden künftig eher teuerer. Folge: Weil die gesetzliche Krankenversicherung letztlich nur die Kosten einer Grundversorgung übernimmt, sollte insbesondere die Generation 50+ ihre Gesundheitsfürsorge durch den Abschluss einer privaten Kranken-Zusatzversicherung optimieren. „Welche Leistungen im Einzelnen dabei abgedeckt werden, hängt vom persönlichen Bedarf ab“, erklärt Guido Heitz. Vorteil von privaten Kranken-Zusatzversicherungen: Man kann ein weitreichendes Leistungspaket zu vergleichsweise günstigen Beiträgen vereinbaren. Wer aufgrund seines hohen Einkommens oder selbstständiger Tätigkeit bereits eine private Kranken-Vollversicherung hat, dem empfiehlt der OVB Experte die regelmäßige Überprüfung seines Tarifs im Hinblick auf Versorgungslücken oder nicht bedarfsgerechte Leistungen.

Insbesondere Menschen ab dem 50. Lebensjahr sollten sich auch mit dem möglichen Pflege-Risiko beschäftigen. Auch hier gilt: Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt nur einen Bruchteil sowohl der häuslichen als auch der stationären Pflege-Kosten. Den großen Rest müssen Patienten selbst und/oder deren Angehörige übernehmen. Deshalb zählt die private Pflege-Zusatzversicherung vor allem für die ältere Generation zur wichtigsten Daseinsvorsorge überhaupt.

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