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Garantierenten sind seit dem Jahr 2000 um 60 Prozent teurer geworden

© Fotalia

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Die klassische Altersvorsorge mit Garantierenten hat sich seit dem Jahr 2000 für die Sparer erheblich verteuert. So ist zum Beispiel die Einmalprämie, die für 100 Euro lebenslange Garantierente pro Monat benötigt wird, in den zurückliegenden 15 Jahren um 60 Prozent angestiegen.

Das geht aus Untersuchungen des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung hervor, mit denen ermittelt wurde, in welchem Umfang in der Niedrigzinsphase die finanziellen Aufwendungen für garantierte Altersvorsorgeleistungen gestiegen sind. Die Studienautoren illustrieren diese Entwicklung an einer Modellrechnung: Zur Jahrtausendwende mussten Sparer für eine lebenslang garantierte Rente in Höhe von 100 Euro monatlich etwa 18.200 Euro aufbringen. Schließt ein Versicherungsnehmer heute eine solche Leibrente ab, so fallen für die identische Leistung mehr als 29.100 Euro an. Altersvorsorgesparer müssen heute also wesentlich größere Beträge aufbringen, um den späteren Ruhestand abzusichern.

Die Studie quantifizierte zwei verschiedene Ursachen für den Anstieg: Das ist zum einen die Absenkung des Rechnungszinses, der vom Verlauf der Kapitalmarktzinsen abhängt. Da diese seit der Finanzmarktkrise im Jahr 2007 erheblich gesunken sind, wurde der Rechnungszins in mehreren Schritten bis auf 1,25 Prozent abgesenkt. Zum anderen führten aber auch biometrische Trends, wie die Einführung der Unisex-Tarife und die Erhöhung der Lebenserwartung, zu einer Verteuerung der Garantien.

Um die alleinigen Auswirkungen des Niedrigzinses aufzuzeigen, haben die Studienautoren mit ihren Berechnungen die Einflüsse veränderter biometrischer Grundlagen eliminiert. Ergebnis: Allein durch die Absenkung des Rechnungszinses ist der Preis für eine Garantierente um etwa 41 Prozent gestiegen. „Das ist der Preis, den die Altersvorsorgesparer für die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank bezahlen“, sagt Prof. Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung. Die Verteuerung der klassischen Garantien werfe zunehmend die Frage auf, welche Alternativen für die Altersvorsorge anstelle der bekannten Garantieleistungen in Frage kommen. Die seit Jahren zunehmende Lebenserwartung eröffne Spielräume dafür.

Eine 65-jährige Person besitzt in Deutschland noch eine Lebenserwartung von mehr als 20 Jahren. Doch das ist nur der statistische Durchschnitt, der für den Einzelnen keine Bedeutung hat. So werden Männer nach den Annahmen in der Sterbetafel der Deutschen Aktuarvereinigung mit einer Wahrscheinlichkeit von 35 Prozent älter als 90 Jahre und mit 16 Prozent Wahrscheinlichkeit sogar älter als 95 Jahre. Unter den Frauen überleben 53 Prozent das Alter von 90 Jahren und 29 Prozent das Alter von 95. „Es verbleibt also selbst nach Rentenbeginn noch eine beträchtliche Zeitspanne, in der angesammeltes Guthaben kapitalmarktnah angelegt werden kann, weil Wertschwankungen über den restlichen Zeitraum ausgeglichen werden“, stellt Prof. Michael Hauer fest. Seiner Einschätzung nach werden künftig kapitalmarktnähere Verrentungskonzepte an Bedeutung gewinnen, die je nach Ausprägung geringere Garantierenten mit der Chance auf deutlich höhere Rentensteigerungen als bei der konventionellen Verrentung kombinieren. „Das Deutsche Institut für Altersvorsorge plädiert daher dafür, den Sparern auch bei den staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukten größere Wahlfreiheit einzuräumen. Der Sparer soll selbst entscheiden, wie viel Beitragsgarantie und wie viel Garantierente er sich leisten will. Wer sich für die bisherige konventionelle Verrentung entscheidet, muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass er deutlich mehr Geld für die Altersvorsorge aufwenden muss“, fügt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern hinzu.

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