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Berlinale: Sind Schauspieler gerecht bezahlt?

Angelina Jolie und Brad Pitt beim Cannes Film Festival 2007 (c) Georges Biard, Wikimedia

Anlässlich der Berlinale 2017 haben sich Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig und die Schauspielerinnen und Schauspieler Ann-Kathrin Kramer, Harald Krassnitzer, Jacqueline Macaulay, Hans-Werner Meyer und Julia Beerhold am 14. Februar (Dienstag) für mehr Lohngerechtigkeit im deutschsprachigen Film- und Fernsehbereich ausgesprochen.

„Obwohl es auf dem Roten Teppich scheinbar gleichberechtigt zwischen Frauen und Männern zugeht, erleben Schauspielerinnen hinter den Kulissen keine gleichberechtigte Arbeitswelt: Obwohl sie ebenso qualifiziert sind, verdienen sie weniger als ihre männlichen Kollegen und erhalten weniger Rollen“, betonte Bundesfrauenministerin Schwesig im Dialog mit den Schauspielerinnen und Schauspielern. „Mit dem Gesetzentwurf zur Förderung der Transparenz in Entgeltstrukturen brechen wir ein Tabu und sprechen über eine gerechte Bezahlung. Frauen und Männer dürfen beim Gehalt nicht gegeneinander ausgespielt werden. Dies gilt für den Schauspielbereich ebenso wie für die gesamte Arbeitswelt“, so Manuela Schwesig.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beträgt die Lohnlücke in der Branche Kunst, Unterhaltung und Erholung 22 Prozent, und liegt damit noch über dem allgemeinen Gender Pay Gap von 21 Prozent in Deutschland. Das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern zeigt sich auch in der Repräsentanz von Frauen auf dem Bildschirm: Denn Frauen sind nur zu 30 Prozent sichtbar, während sie doch die Hälfte der Gesamtbevölkerung vertreten. Von den Heldinnen ganz zu schweigen: Nur 23 Prozent der Helden in Film- und Fernsehproduktionen sind weiblich.

Manuela Schwesig appellierte an die Verantwortlichen der Sender und Produktionsfirmen: „Gemeinsam mit dem Bundesverband Schauspiel wünsche ich mir von den Fernsehsendern und Filmproduktionen, dass sie sich für gleichberechtigte Vergütung von Schauspielerinnen und Schauspielern einsetzen und auf eine ausgewogene Repräsentanz von Frauen und Männern im Film und Fernsehen achten.“

BFFS-Vorstandsmitglied Julia Beerhold machte ihre Forderungen deutlich: „Der BFFS fordert daher ein Monitoring seitens der Sender und Förderanstalten, um Gerechtigkeit bei Präsenz und Vergütung von Schauspielerinnen zu erreichen.“

Im Gespräch zeigte sich, warum der am 11. Januar 2017 vom Kabinett beschlossene Gesetzentwurf zur Förderung der Transparenz in Entgeltstrukturen so wichtig ist.

„Der BFFS unterstützt das Gesetz: Bis auf wenige Ausnahmen verdienen Schauspielerinnen für vergleichbare Arbeit immer noch signifikant weniger als ihre männlichen Kollegen. Hier, wie überall, hilft nur Transparenz“, betonte auch BFFS-Mitglied Walter Sittler.

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